Um was es geht

Diese Seite beinhaltet fünf Teile: Im ersten Teil geht es um Braunkohle, ihre Entstehung, Nutzung, im zweiten um die Auswirkungen des Abbaus. Im dritten Teil gibt es Informationen zu Klimagerechtigkeit und Kohleförderung, im vierten findest du Studien und Beschwerden zum Tagebau Garzweiler. Im fünften und letzten Teil sprechen wir von unserer Vision für Lützerath.

Teil I: Was ist Braunkohle und was hat ihr Abbau für Folgen?

Teil II: Auswirkungen des Tagebaus

Teil III: Klimagerechtigkeit: Braunkohle im Globaler Süden und Norden

Artikel folgt.

Teil IV: Wissenschaftliche Studien und Klagen zur Braunkohleförderung im Tagebau Garzweiler

  1. DIW Berlin, April 2022
  2. Kurzstudie Berlin, Januar 2022
  3. DIW Gutachten, Juni 2021
  4. Klage und Verfassungsbeschwerde der DUH gegen das Land NRW

Teil V: Unsere Vision für Lützerath

Teil I: Was ist Braunkohle und was hat ihr Abbau für Folgen?

Wie entsteht Braunkohle?

Braunkohle entstand in der Kreidezeit vor 20 bis 40 Millionen Jahren, im Erdzeitalter Tertiär welches vor 65 Millionen Jahren begann. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Erdoberfläche überwiegend aus Sumpfgebieten. Das Klima war um einiges wärmer als heute, ähnlich der heutigen Tropen. Damit Braunkohle entsteht braucht es folgende Schritte:

  • Riesige Farne, Pflanzen und Bäume wuchsen in den Sümpfen.
  • Pflanzen starben durch die damalige Klimaveränderung ab und fielen in die Sümpfe.
  • Da kein Sauerstoff in die Sümpfe gelangte, konnten die Pflanzenreste nicht vollständig zersetzt werden.
  • Schlamm und Sand lagerten sich langsam nach und nach in mehreren Schichten ab.
  • Temperatur und Druck erhöhten sich auf die Pflanzenreste je tiefer diese in der Erde lagen.

Es entstand eine chemische Reaktion, der Kohlestoffanteil in der Erde nahm zu. Dieser Prozess wird Inkohlung genannt. Die Prozessdauer und der Druck, der über den Pflanzenresten abgelagerten Erdschichten entscheidet über das zu Endprodukt. Als erstes entsteht Torf, dann Braunkohle, danach Steinkohle und zum Schluss Graphit.

Quelle

Gewinnung von Braunkohle

Die Gewinnung von Braunkohle erfolgt in Tagebauen, weil sie nicht so tief in der Erde liegt. Braunkohle wird mit riesigen Schaufelradbaggern abgetragen. Schaufelradbagger gehören mit einer Höhe von 96 Metern, einer Länge von über 240 Metern und einem Gewicht von 13.500 Tonnen zu den größten fahrenden Maschinen weltweit. Sie transportieren die Kohle und den Abraum zu Förderbändern. Diese wiederum verbringen den Abraum und die Braunkohle zu einem Verteilzentrum, von da aus die Braunkohle in den Kohlebunker oder direkt in die Kraftwerke zur Verarbeitung gebracht wird. Der Abraum hingegen geht über Förderbänder auf die andere Seite des ausgekohlten Tagebaus, wo andere Bagger, sogenannte Absetzer, das durch den Tagebau entstandene Loch teilweise wieder aufgefüllen. Um überhaupt Braunkohle zu fördern zu können, muss das Grundwasser in riesigen Mengen abgepumpt werden. Ohne diesen Vorgang der als Entsümpfung bezeichnet wird, würde der Tagebau sich mit Wasser füllen. Um an die Kohleflöze zu gelangen, müssen Schichten von Löss, Kies, Sand und Ton abgetragen werden. Die Berechtigung der Braunkohleförderung geht auf ein französisches Dekret von 1812 zurück, welches sich auf das Bergrecht aus dem 1810 unter Napoleon fiel. Es sah ein Recht auf Aneignung von Bodenschätzen von Landbesitzer:innen auf dem eigenen Grundeigentum vor. Damit begann die Ausbeutung des Bodens und führte zu vielen Zwangsenteignungen.

Quelle

Die Verarbeitung von Braunkohle

Braunkohle mit einem hohen Wasseranteil wird in Kokereien zu Braunkohlenkoks verarbeitet. Dazu wird die Rohbraunkohle bis auf Reiskorngröße zerkleinert, getrocknet und zu verschiedenen Brennstoffen in Kohleveredlungsbetrieben geformt (zum Beispiel Briketts oder Braunkohlestaub). Für die Herstellung von Briketts wird in einem Tellertrockner, der eine Temperatur von bis zu 50° erreicht, der Wassergehalt der Braunkohle von 45% auf 18% verringert. Andere Veredelungsmöglichkeiten für Braunkohle sind die Herstellung von Plastik, Farbe, Schmierfette, Schuhcreme, Seife, Waschmittel und Kerzen. Für die Stromerzeugung muss die Braunkohle gemahlen und getrocknet werden.

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Brennstoff Braunkohle vs Brennstoff Steinkohle

Die Farbe des Brennstoffes Braunkohle ist schwarz-braun und sehr feucht. Die Kohlestruktur erinnert durch das faserartige Aussehen an Holz, was sie ja einmal war. Bis 1960 war Braunkohle der wichtigste Brennstoff zum Heizen. Dazu wird sie zu Briketts gepresst, weil das die Brenndauer verlängert und Briketts in Kohleöfen gleichmäßiger abbrennen. Mittlerweile wird die Braunkohle überwiegend für die Stromgewinnung durch Kohlekraftwerke gebraucht. Da Braunkohle jünger ist und unter weniger Druck stand, hat sie einen viel höheren Wassergehalt als Steinkohle. Auch der Schwefelgehalt ist in Braunkohle wesentlich höher. Dadurch beträgt der Heizwert von Rohbraunkohle nur ein Drittel desjenigen der Steinkohle. Der Heizwert von Braunkohle liegt zwischen 7.300 und 12.000 Kilojoule pro Kilogramm. Die Braunkohle im rheinischen Revier hat einen Wassergehalt von 55 bis 60 Prozent und damit einen Heizwert zwischen 7.800 und 10.500 Kilojoule pro Kilogramm. Steinkohle erreicht im Vergleich 25.000 - 30.000 KJ/kg ist also dreimal effizienter.

Doch obwohl Steinkohle nicht ganz so klimaschädlich wie Braunkohle ist, verursacht sie ebenfalls einen hohen CO2 Austoss und ist keine Alternative zu Braunkohle. Steinkohle wird in Deutschland zwar nicht mehr abgebaut, aber weiterhin importiert zur Verstromung. Weil der Abbau ganze Landschaften zerstört und dabei Menschenrechte verletzt werden, wird sie auch Blutkohle genannt. Deutschland importiert mehr als 55% seiner Steinkohle aus Russland, gefolgt von Australien, den USA und Kolumbien. Das neue Steinkohlekraftwerk in Datteln ist illegal gebaut worden und wird weiterhin ohne gültige Bewilligung betrieben.

Quellen

Braunkohle weltweit

Artikel folgt.

Braunkohle in Deutschland

Artikel folgt.

Braunkohle im Rheinland

Das rheinische Braunkohlegebiet liegt zwischen Aachen, Mönchengladbach und Köln. Zurzeit gibt es im Rheinland die drei Tagebaue Hambach, Garzweiler II und Inden. Die Braunkohlelagerstätte im Rheinland umfasst 55 Milliarden Tonnen. Bis jetzt liegt die genehmigte Braunkohlegewinnung bei 2,8 Milliarden Tonnen. Die Braunkohleschicht besteht aus drei Flözen, die durchschnittlich eine gemeinsame Stärke von 40 Metern haben. Die jährliche Förderung der Braunkohle liegt bei 90,45 Millionen Tonnen (Stand 2016. Somit ist das Rheinland, wo ungefähr 55% der deutschen Braunkohle abgebaut wird, das bedeutsamste Abbaugebiet Deutschlands. Im Rheinland wurde bis 2016 eine Landfläche von 32.490 Hektar für die Braunkohlegewinnung in Anspruch genommen. Damit sind mehr als 38.000 Menschen seit 1950 umgesiedelt wurden. Früher wurden jährlich 1,4 Milliarden Kubikmeter Grundwasser im gesamten Revier abgepumpt. Heute liegt das jährliche Abpumpen bei 570 Millionen Kubikmeter Wasser, Stand 2015. Die Braunkohle Kraftwerke stoßen jährlich 80 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus. Neben dem CO2 wird im Rheinland auch noch ungefähr 1.200 Tonnen Feinstaub und 670 Kilogramm Quecksilber jährlich ausgestoßen.

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Braunkohlegebiet Garzweiler

In diesem Abbaugebiet liegt die Kohle in einer Tiefe von 40 bis 210 Metern. Für den Tagebau Garzweiler II liegt eine Entsümpfungs-Erlaubnis für jährlich 150 Millionen Kubikmeter Wasser vor. Der „Garzweiler-Restsee“ soll laut Plan eine Tiefe von 180 Meter und eine Größe von 2.300 Hektar umfassen, somit benötigt der See ein Wasservolumen von 2 Milliarden Kubikmetern. Dies ist nur möglich, wenn über 40 Jahre hinweg eine jährliche Wassermenge von 60 Millionen Kubikmeter in das Loch gefüllt wird. Das Wasser soll nach Plan mit Hilfe von Pipelines dem Rhein entnommen werden. Die Möglichkeit der technischen Umsetzung ist bis jetzt nicht endgültig geklärt und würde einen hohen Energieaufwand verursachen, da ein großer Höhenunterschied zwischen Rhein und den Tagebauen überwunden werden müsste. Die Braunkohle aus dem Garzweiler II Tagebau wird überwiegend im Kraftwerk Neurath verfeuert und sorgt somit für 31,32 Millionen Tonnen Kohlendioxid, die in die Atmosphäre freigesetzt werden. Damit hat Neurath deutschlandweit den ersten Platz als klimaschädlichste Kraftwerk und aus europäischer Sicht liegt es auf Platz 2. Würden an den ursprünglichen Plänen für Garzweiler II festgehalten werden, dann hätten in 11 Dörfern, mit teilweise einer 1.000 jährigen Geschichten, 7.600 Menschen ihre Heimat verloren.

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II Auswirkungen des Tagebaus

Die Förderung der Kohle verändert ganze Landstriche, riesige Erdlöcher und künstliche Seen entstehen. Dörfer, Auenlandschaften und Wälder verschwinden, riesige Halden (wie die Sophienhöhe) und “rekultivierte” Ackerflächen entstehen.

Vernichtung der Erde

Es verschwinden die kostbarsten, fruchtbarsten Ackerböden Deutschlands, die für die Sicherstellung der Nahrung benötigt werden. Dafür entstehen künstlich „rekultivierte“ Landflächen, die eine landwirtschaftliche Nutzung über Jahre unmöglich machen bzw. ganz verhindern.

Braunkohle der Klimakiller Nummer 1

Braunkohle ist als Energiegewinnung, die mit Abstand Klimaschädlichste. Eine Tonne verfeuerte Rohbraunkohle setzt eine Tonne treibhausschädliches Kohlendioxid frei.

Grundwasserspiegel und Trinkwasserversorgung

Der Tagebau hat zur Folge, eine Verknappung der Trinkwasserversorgung durch die Wasserabsenkung und dies über die Landesgrenzen hinweg. Bis jetzt ist technisch nicht gänzlich geklärt, wie den betroffenen Gebieten das abgepumpte Grundwasser wieder zurückgegeben werden kann. Wegen dem fehlenden Grundwasser wird für das Erhalten des Erscheinungsbilds von Dörfern, Städten und Landschaften ganze Seen und Flüsse künstlich mit Pumpenwasser geflutet.

Absenkung der Erdoberfläche

In einem weiten Umkreis des Tagebaus ist schließlich das Grundwasser abgepumpt, dieses fehlende Grundwasser in den ursprünglichen Erdschichten führt zu einer Absenkung der Erdoberfläche. Zum Beispiel im Gebiet rund um Elsdorf beträgt die Absenkung schon mehr als 4 Meter. Diese Erdoberflächenabsenkung hat Bergschäden an Gebäuden und Straßen zur Folge. Die Geschädigten liegen in der Beweispflicht, deshalb gibt es kaum Anerkennung auf Entschädigungen der Bergschäden vom Verursacher RWE Power AG.

Verschmutzung durch Schwermetalle

Das Durchfließen bzw. Durchsickern der Erdschichten durch das Regenwasser hat zur Folge, dass gebundene Stoffe wie Eisen, Schwermetalle, Sulfide und Nitrate aus der Erde freigesetzt und so in das künstlich abgesenkte Grundwasser gelangen. Also fraglich ob eine Grundwasserrückführung ohne Grundwasserverseuchung überhaupt möglich ist. Demnach handelt es sich nicht nur um eine Wasserverschwendung, sondern auch um eine Veränderung der Wasserqualität zum Schlechteren hin.

Emissionen

Der Tagebaue verursacht Staubemissionen, die krebserregend sind und starken Einfluss auf Atemwegserkrankungen haben. Nicht nur die Menschen, die am Tagebau leben sind gesundheitlich gefährdet, sondern auch die Menschen rund um die Kraftwerke, denn die Kraftwerke stoßen Feinstaub und Giftstoffe, wie die Nervengifte Quecksilber, Arsen und Blei, sowie radioaktive Isotope aus.

Zerstörung von Kultur und Geschichte

Durch das Fortschreiten des Tagebaues verschwinden historisch kulturell gewachsene Dörfer mit intakten Infrastrukturen. Neben den Häusern, historischen und religiösen Denkmäler wird den Menschen eine physische Erinnerung für immer genommen. Nie wieder zu dem Ort wo Mensch eins aufgewachsen ist. Kein Geld der Welt kann immaterielle Werte wieder lebendig machen. Studien und Untersuchungen haben ergeben: Es gibt keine sozialverträgliche Umsiedlung.

Quellen

Teil III: Klimagerechtigkeit: Braunkohle im Globaler Süden und Norden

Artikel folgt.

Teil IV: Wissenschaftliche Studien zur Braunkohleförderung im Tagebau Garzweiler

1. DIW Berlin, April 2022

2. Kurzstudie Berlin, Januar 2022

  • “Kohleausstieg 2030: Auswirkungen für den Tagebau Garzweiler II und den Erhalt von Lützerath” von CoalExit Research Group, Europa-Universität Flensburg, Technische Universität Berlin und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Ein an den Kohleausstieg 2030 angepasstes Abbaugebiet am Tagebau Garzweiler II sichert den Erhalt von Lützerath. Es gibt weder eine energiewirtschaftliche Notwendigkeit noch eine klimapolitische Rechtfertigung für die Inanspruchnahme noch bewohnter Dörfer am Tagebau Garzweiler II.

3. DIW Gutachten, Juni 2021

  • “Kein Grad weiter – Anpassung der Tagebauplanung im Rheinischen Braunkohlerevier zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze” Diese Studie berechnet die Gesamtmenge Braunkohle, die – bei Erhalt des Hambacher Waldes und der Garzweiler Dörfer inklusive Lützerath – noch maximal aus dem Tagebaukomplex Hambach und Garzweiler gewonnen werden kann. Dieser Vorrat liegt Anfang 2021 bei etwa 230 Millionen Tonnen. Bei entsprechender frühzeitiger Drosselung der Produktion benötigt ein Kohleausstiegspfad im Tagebaukomplex Hambach und Garzweiler bis zum Jahr 2028 noch maximal 200 Millionen Tonnen. Dieser Kohleausstiegspfad im Einklang mit dem 1,5° Budget gewährleistet auch den Erhalt der Garzweiler Dörfer.

4. Klage und Verfassungsbeschwerde der DUH gegen das Land Nordrhein-Westfalen

Teil IV: Utopie Lützerath

Unsere Visionen für Lützi

Für uns geht es in Lützerath mehr als nur um einen schnellen Kohleausstiegt bzw. um einen sofortigen Stopp der Zerstörung von Landflächen und Dörfern, es geht um gesellschaftliche Veränderungen. Wir müssen weg von einem ausbeuterischen kapitalistischen System, weg von der Konsumgesellschaft. Auf einer Welt mit begrenzten Ressourcen können wir kein unendliches Wachstum generieren und die Natur komplett ausbeuten. Aus diesem Grund möchten wir in Lützerath andere Lebensformen ausprobieren. Denn das eigene Handeln hat Auswirkungen, auch wenn diese nur klein erscheinen, jeder Mensch trägt somit Verantwortung in seiner Lebenszeit.

Wie stellen wir uns neue Lebensformen in Lützerath und anderswo vor?

Kreislaufwirtschaft

Es soll eine Kreislaufwirtschaft entstehen. Gegenstände sollen möglichst lange benutzt, beziehungsweise repariert werden können und schließlich vollständig recycelbar sein. Alles was der Natur entnommen werden kann soll auch zurückgeführt werden. Mit Gegenständen, die energieaufwendig hergestellt werden müssen, sollte achtsam mit umgegangen werden. Dies zeigt eine Wertschätzung gegenüber Gegenständen und so entwickelt sich ein ressourcenschonender Umgang. Schließlich ist alles schon vorhanden, altes muss nur bewahrt werden und es muss selten etwas Neues mehr gekauft werden. Leben in einer Gemeinschaft hat den Vorteil, Gegenstände können geteilt werden.

Entscheidungsprozesse

Allgemeine gemeinschaftliche Entscheidungen sollen basisdemokratisch beschlossen werden. Wir stellen uns reformierte Systeme im Bereich Gesundheit, Bildung, Energie, Landwirtschaft, Bauweisen und Wohnraum vor.

Wohnraum

Preiswerter und öffentlicher Wohnraum sollte allen zugänglich sein. Altbestand sollte erhalten und restauriert bzw. renoviert werden anstelle von Abriss und Neubau. Dabei sollte auch auf ökologische und nachhaltige Baustoffe geachtet werden. Strom und Wasser muss auch wieder in öffentliche Hände. Es kann nicht sein, dass Menschen an lebensnotwenigen Dingen wie Wasser verdienen und nicht jedem zugänglich ist.

Energie und Wasserversorgung

Energie muss vollständig aus regenerativen Alternativen kommen. Idealerweiser ist eine autarke Wasser- und Energieversorgung gewährleistet.

Gesundheit und Bildung

Das gleiche gilt für das Thema Gesundheit, Krankenversorgung sollte Jemensch in Anspruch nehmen dürfen und der Mensch und seine Krankheit sollte im Focus stehen. Es darf aber nicht sein, dass unser Gesundheitssystem nur wirtschaftliche Interessen verfolgt. Schule muss weg vom Bulimielernen, um zu verhindern, dass lernschwächere Menschen in dem Bildungssystem untergehen. Jeder Mensch sollte die gleichen Chancen haben. Wir brauchen ein grünes Klassensystem und mehr praktische Fächer. Damit Kinder individuell in eigener Stärke gefördert werden können.

Permakultur

Unsere „konventionelle“ Landwirtschaft benötigt eine Umstrukturierung hin zu einer ökologischen biologischen nachhaltigen Landwirtschaft, im Sinne einer Permakultur. Wir müssen unsere Denkweise verändern immer alles im Überfluss rund um die Uhr vorhanden haben zu wollen. Eher auf regionale und saisonale Nahrung achten. Dafür müssen Lebensmittel gerecht bezahlt werden, Lebensmittel mit einer schlechten Ökobilanz müssen teuer sein.

Gemeinschaftliches Zusammenleben

Ein gemeinschaftliches Zusammenleben stellen wir uns auch sozialgerechter vor, offen gegenüber anderen, Meinungen tolerieren und nicht ausgrenzen. Gemeinschaft sollte voneinander lernen. Jeder Mensch hat besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten, die geteilt werden sollten. So kann sich jeder Mensch in die Gemeinschaft einbringen, denn alle gesellschaftlichen Aufgaben für ein gemeinsames zusammenleben sind gleichwertig. So soll Lützerath ein Ort der Begegnung werden. Diese Vorstellung von einer neuen Lebensform ist kein starres Muster, es entwickelt sich permanent weiter und muss ständig neu überdacht werden. Dabei kann sich Jemensch miteinbringen und gestalten. Denn nur in einer Gemeinschaft sind schwere Krisen zu meistern.